Aber was hat eine Steuerprüfung mit "ich bin dich" zu tun? "Ich bin nicht dicht" denke ich von mir, und wer liest noch so was?...es wurde denn schon alles geschrieben, ausführlich und bestens. Außerdem - kann ich überhaupt schreiben? Das Reden von dem, was man so denkt und weiß, war schon immer meine Schwierigkeit. Wörter zu finden, sich auszudrücken, so was konnte ich noch nie. Das Denken ist wesentlich einfacher, das fließt angenehm durch meinen Kopf, ohne Widerstand von deutschen oder französischen Wörtern. Das Denken ist wie das Träumen. "Träumst du in Deutsch oder in Französisch?" fragt mich mich öfters meine Frau. Beim Träumen spreche ich auch nicht. Bei meiner Frau soll es anders sein, ...das kommt daher, da sie untertags schon mehr spricht... "Wahrscheinlich träumst du, dass du sprichst und beim Denken ist es ähnlich. Wenn du nachdenkst was du denkst, dann kommt erst die Sprache". Somit denke ich in letzter Zeit manchmal in Wörtern, warum nicht ?- und notiere kurze Sätze. Ich entdecke das Schreiben. Wörter sind zauberhaft, mehr - sie sind so etwas wie eine Verbindung zwischen Seele und Materie. Die Gedanken materialisieren sich und werden zu Sätzen, das ist großartig. ...daher sitze ich jetzt vor meinen Laptop, versuche etwas zu schreiben und sage zu meiner Seele:
"ich höre dir zu, ich bin dich."
2006 stehe ich da, meine Augen sind mehr als müde.
Das schlechte Sehen, der Tinitus und die Sucht wenig zu essen, lassen mich die Gegenwart so richtig spüren. Trotzdem fasziniert mich das "jetzt" immer wieder und ich profitiere von jedem Moment, er hat doch ein Geheimnis. Der Moment, dieser Augenblick, wird zu einem Ereignis, welches ich am liebsten festhalten möchte. Er wird das Moment. Einfach gesagt: der Moment ist zwischen Vergangenheit und Zukunft, genau in der Mitte, ...und im ersten Augenblick, ein kurzer Moment, aber das stimmt nicht, im Gegenteil, der Moment ist sehr lang, ...besser und richtig gesagt - er ist sogar ewig. Der Moment, dieser ganz kurze Moment, der wiederholt sich alle Sekunden, immer wieder ...und immer wieder. ...er ist immer da, jetzt!, ...und jetzt wieder. Er ist außerhalb der Zeit und ist somit die Ewigkeit. Wenn dieser Augenblick nicht voller Erinnerungen und Konflikte von Gestern ist, und auch nicht voller Träume und Ängste von Morgen, dann wird er, der Moment - DAS Moment bei dem das Geheimnis des Lebens sie berührt.
...das war das Wort zum Sonntag!
Sehen sie, etwas Ernstes kann ich nicht schreiben und dazu möchte ich noch ein Licht sein. Ich bin bestenfalls eine Lampe, kitschig und kindlich, ohne Steckdose und ohne Strom. Ein Lampe, die nicht brennt, die nicht angeht und egozentrisch behauptet: ich will ein Licht sein. ...Sie steht am liebsten unter den Lichtstrahlern, im Rampenlicht, anstatt selbst zu leuchten. Sie ist gut für den Müll. Aber vielleicht hat sie doch etwas in der Birne - ein Bewusstsein, wer weiss. Sie kann Verantwortlichkeit zeigen. Das heißt, sie sucht sich eine Steckdose, ganz einfach eine Verbindung zur Energie. Es liegt in ihrer Natur, sie wurde für das hergestellt. Sie braucht etwas Strom, sonst bleibt sie in der Dunkelheit und auch alles darum. Ohne Licht kann sie ihren Weg nicht finden.
Sie hat gehört, dass das Licht die Lampe liebt und das Licht immer bereit ist zu helfen. Sie hat sogar gehört, dass das Licht schon immer war, aber ohne Lampe nicht strahlt. Die Lampe ist deshalb besonders, einzigartig und sie hat es immer gewusst.